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Pflegemanagement
10.6.2020

Mitarbeitermotivation - Teil 2

Mein Name ist Ina Grunenberg – Gesundheits- und Krankenpflegerin und Einrichtungsleitung in Elternzeit.

Care Management School
Ina Grunenberg

Aktuell gründe ich die Care Management School – ein Unternehmen,das Führungskräften aus dem Pflegebereich Onlinekurse, sowie zahlreiche kostenlose Inhalte rund um das Themenfeld „Leadership im Sozial- und Gesundheitswesen“ bietet.

Das Ziel ist es Führungskräfte in ihrem Führungsverhalten zustärken und ihnen einen Weg aufzuzeigen, mit welchem sie nachhaltig und teamorientiert leiten können!

Dies ist die Fortsetzung des Artikels "Mitarbeitermotivation" mit den Tipps 4 bis 7.

4. Tipp: Vermittle und lebe wahre Wertschätzung!

Wertschätzung sollte eine grundlegende Basis im Umgang mit Deinem Team darstellen und wird vor allem langfristig einen wichtigen Einfluss auf die Motivation Deiner Mitarbeiter haben!
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Mein Tipp beinhaltet aber zusätzlich das Wort "wahr" - "wahre Wertschätzung"! Wenn Du jeden Tag nach Dienstschluss am PC sitzend ein "Danke, toll gemacht" Deinem Team zu murmelst vermittelt zwar der Sachinhalt dieser Botschaft eine gewisse Wertschätzung, aber ein inflationäres "Danke" verliert irgendwann seine Bedeutung. Selbiges gilt für "standardisierte Belohnungen" wie den monatlichen Tankgutschein oder das kostenlose Frühstück am Freitagvormittag.
Der Appell lautet natürlich nicht "Schafft das ab, braucht doch keiner!", sondern vermittle Wertschätzung darüber hinaus im Alltag. Das kann auf ganz unterschiedliche Weise passieren...

5. Tipp: Packe mit an!

Eigentlich logisch oder? Trotzdem ist dieses Thema in manchen Settings eine große Herausforderung und kann zu viel Missmut führen.
Als Leitung wird man Dir vielleicht unterstellen „Jetzt sitzt sie schon wieder am Schreibtisch.“, „Andere Fachkräfte versorgen im Frühdienst mehr Bewohner als unsere Wohnbereichsleitung. Die „schafft“ immer nur 3.“

Der Grund: Die meisten Mitarbeiter haben keine oder nur wenig Kenntnis über die Leitungsaufgaben, die nebenher bzw. im Hintergrund ablaufen.
Viele Führungskräfte in der Pflege machen an dieser Stelle zwei Fehler:


a) sie ärgern sich über diese Aussagen, fühlen sich von ihrem Team nicht wertgeschätzt („Wenn die wüssten, was ich alles zutun habe!“) und lassen ihre Mitarbeiter das auch spüren 


oder 


b) die administrativen Aufgaben werden kontinuierlich vernachlässigt, um dem Team zu zeigen, dass sie an ihrer Seite sind und mit anpacken.


Variante a) und b) haben langfristig katastrophale Auswirkungen für Dein Team und die Versorgungsqualität Deiner Station/ Deines Wohnbereichs.


Daher hier ein paar Ideen diese Misere zu verbessern:
- Sei transparent was Deine Aufgaben anbelangt!
- Mache doch ab und zu einen reinen Fachkraft-Dienst und lasse Deine Stellvertretung die Leitungsaufgaben übernehmen (auch für sie eine super Übung)!
- Setzte Prioritäten in Ausnahmesituationen (wenn der Novo-Virus auf der Station Einzug hält, ist die Unterstützung an der Front bei den Bewohnern wichtiger als den Dienstplan pünktlich zum 15. fertigzuschreiben)!
- Springe genauso mit ein, wenn Personal fehlt!
- Arbeite hin und wieder auch andere Schichten mit wie Spät- und Nachtdienst…

6. Tipp: Sei loyal!

"...Loyalität bedeutet, im Interesse eines gemeinsamen höheren Zieles, die Werte...des Anderen zu teilen und zu vertreten bzw. diese auch dann zu vertreten, wenn man sie nicht voll umfänglich teilt, solange dies der Bewahrung des gemeinsam vertretenen höheren Zieles dient..." (Def. lt. Duden) ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
Was bedeutet für Euch Loyalität im Bezug auf Euch als Führungskraft und Euer Team, aber auch in Bezug auf Euch als Mitarbeiter/ in und Eure vorgesetzte Stelle? ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
Für mich bedeutet Loyalität:⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
- immer hinter meinem Team zu stehen ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
- ihnen die Sicherheit zu geben mit allen Problemen zu mir kommen zu können ⠀⠀⠀⠀⠀⠀
- gegenseitige Ehrlichkeit⠀
- das Team in Krisen nicht im Stich zu lassen ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
und vieles mehr.

Definiere Deine eigenen Werte! 

7. Tipp: Behalte auch Deine eigene Motivation im Focus!

⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
Vor allem als Führungskraft an der Basis, welche einen großen Teil der Zeit mit ihrem Team gemeinsam arbeitet, wirkt sich Deine Stimmung, Arbeitsmoral, Leistungsbereitschaft und Motivation unmittelbar auf Deine Mitarbeiter aus. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
Stelle Dir folgende Situation vor: Du bist Teammitglied und Deine Stationsleitung betritt zu Dienstbeginn den Pflegestützpunkt: ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
Frühdienst a): "Guten Morgen Ihr Lieben! Na, was meint Ihr - rocken wir den Frühdienst heute wieder?!"⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
Frühdienst b): "Morgen... Was?! So viele Zugänge über Nacht... Das wird doch immer schlimmer mit den Zugängen, wer soll das noch schaffen?!..."⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
Ich glaube jeder von uns würde lieber in Frühdienst a) arbeiten, obwohl die Rahmenbedingungen (Anzahl der Zugänge, Anzah der Pflegekräfte etc.) vielleicht genau die gleichen sind. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
Ein "Teamleader", der mit seiner eigenen Motivation mitreißt, motiviert und voller Energie als Vorbild zur Tat schreitet, ist meiner Meinung nach einer der größten Motivationen für seine Mitarbeiter!⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
Also: Stelle Deine eigene Motivation auf den Prüfstand und reiße alle mit! ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀

BEST LEADING FOR BEST TEAM

Viele Grüße

Ina Grunenberg von der Care Management School ⠀⠀⠀

www.care-management-school.de

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